Liebe Besucher,

spannende Skulpturen und Installationen aus Holz, Stein und Metall an einem außergewöhnlichen Ort: Das ist der ’Skulpturenpark Siegfried Fietz’ am Ortsrand von Greifenstein-Allendorf.

Der in Allendorf lebende Künstler, der seit Jahrzehnten weithin bekannt ist als Komponist und Sänger, hat diese Werke fast ausnahmslos eigenhändig gestaltet und – mit handfester Unterstützung von Gleichgesinnten – seinen Traum vom Skulpturenpark verwirklicht.

Das leicht ansteigende, zwei Hektar große Gelände mit wunderbarem alten Baumbestand bietet viel Raum und großartige Perspektiven auf die Werke und ihre Materialien (Basalt, Diabas, Eisen, Stahl, Eiche, Buche, Ulme, Elsbeere etc.). Und: Alle Arbeiten lassen sich buchstäblich begreifen. Es ist Kunst zu Anfassen.

Natur und Kultur gehen auf diesem traumhaft schönen Areal, das sämtliche Sinne berührt, eine intensive Verbindung ein. Und weil der Skulpturenpark · Siegfried Fietz jedem Menschen jederzeit offen steht, bietet er die Möglichkeit, sich ganz nach Lust und Laune einzulassen auf die Werke, ihre Umgebung, auf andere Menschen, auf deren Empfindungen und Meinungen sowie – vielleicht am spannendsten – ganz neu auf sich selbst.  

Herzlich willkommen!

Beginnen Sie hier Ihre virtuelle Führung durch den Skulpturenpark

Zur Begrüssung

Herzlich willkommen im Skulpturenpark, hier im Ulmtal, in Greifenstein-Allendorf, neben der Obstbaumanlage und gegenüber dem Fahrradweg.

Mein Name ist Siegfried Fietz. Damit sich die Werke, die sie gleich erleben werden, besser erschießen, gebe ich auf Anregung vieler gerne einige Erklärungen. Zur Begrüßung hat der hier im Ulmtal ansässige Kettensägekünstler Georg Maurus ein gewichtiges Namensschild mit Noten und einem Notenschlüssel geschaffen. Da ich mein ganzes Leben mit Tönen und Noten zu tun habe, bekam der Name Skulpturenpark dann auch gleich eine Melodie. Skulpturen und Notenbilder, sind dicht beieinander, haben auch immer etwas mit Gestaltung, mit Architektur zu tun.
Meine Hoffnung ist, dass manches in Ihnen zum Klingen kommt, wenn wir miteinander durch den Park gehen. Von einem Notenschlüssel bis zu einem Schlüsselerlebnis, ist vieles möglich.

Die besten Wünsche begleiten uns. 
 

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Arche

Ein sechs Tonnen schwerer Diabas breitet seine beiden Enden zu einer einladenden Geste aus. Geöffnete Arme, die den Besucher empfangen und bitten:
Kommen Sie, treten Sie ein!

Die leichte Einwölbung an der Oberseite des Steinblocks erinnert an eine Schale, die darauf wartet, gefüllt zu werden.

Die Einladung am Eingang des Skulpturenparks ist eindeutig:
Offen sein, mit allen Sinnen aufnehmen.
 

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Eckstein

Der fünf Tonnen schwere Eckstein gibt dem Standpunkt Gewicht:

Hier beginnt der Weg.

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Wal

Der Stamm einer tausend Jahre alten Eiche wurde ausgehöhlt und präsentiert sich hier als gewaltiger, imposanter Wal mit weit aufgerissenem Maul und eindrucksvoller Schwanzflosse. Die Öffnung vorne lädt Kinder ein, hineinzuklettern und den Wal spielerisch zu erkunden. Am Schwanzende bietet eine kleinere Öffnung einen Ausweg aus dem Bauch des Fisches an.
Die Skulptur bringt den zentralen Gedanken der biblischen Jona Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes ‘ins Spiel’.

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Trauernde Familie

In dieser Skulptur, die fünf gebeugte Gestalten zeigt, wird die leidvolle Geschichte einer Familie dargestellt.

Gebeugt, aber vereint verharren die Silhouetten dicht beieinander. Der Blick ist nach außerhalb des Parks gerichtet, fast schon bereit für nächste Schritte. Der Betrachter sieht nur die Rückseite der Skulptur. Zurückhaltend wird damit jene Privatsphäre thematisiert und akzeptiert, die schweres Leid braucht, um verarbeitet zu werden.  

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Giraffe

Die Bäume in unserem Garten, hatten wir vor Jahren leider viel zu dicht gepflanzt. Dann wurden  sie größer und haben sich auf einmal gegenseitig behindert.
Es wäre zu schade gewesen, den Ahornbaum einfach zu entsorgen.

Und so wurden die Äste des Ahorn, im wahrsten Sinne des Wortes, auf den Kopf gestellt, zu langen Beinen, die an eine Giraffe erinnern. Was denkt die Maus im Park: Wie kann man bloß so lange Beine haben.
 

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Öffnungszeiten

Der Park ist rund um die Uhr für Besucher kostenlos geöffnet.

Wir bitten zu beachten, dass es sich bei dem Skulpturenpark um ein Privatgelände handelt, für deren Sauberkeit und Sicherheit jeder Besucher selbst verantwortlich ist.
Wir übernehmen keine Haftung bei Personen- oder Sachschäden.

Führungen mit Siegfried Fietz nach Vereinbarung.

Unterstützer

Ich möchte allen danken, die mitgeholfen haben, den Park zu entwickeln und bekannt zu machen. Bis heute sind das:

Friedhelm und Edith Müller, Werner und Marliese Droß, Walter und Edith Wagner, Martin und Sieglinde Müller, Jochen Wagner, Carsten Keller, Manfred Becker, Ewald Emmerich, Sebastian Donner, Siegfried Donner, Peter Mandler, Marc Renninger, Stefan Kuhn, Willi Kuhn, Werner und Isolde Keul, Armin Leux, Hermann und Marianne Hofmann, Ralf Hofmannn, Tihomir Zugaj, Erwin und Roswita Körber, Egbert und Christopher Reitz, Peter, Max und Kirsten Kupka, Ralf, Nico und Silke Ritter, Markus und Marlies Würz, Klaus Becker, Mathias und Petra Schmitz, Georg und Monika Maurus, Martin Kröckel, Steffen Schenk, Gabi Schaller, Carola Senz, Jan Vering, Friedrich W. Georg, Lothar Rühl, Angelika und Gerd Fries, Ulrich Pförtner, Wolfgang Leipold, Claudia Irle-Utsch, das Rock und Pop Museum Gronau und viele weitere ...

Ein ganz besonderer Dank an:
Hermann Hofmann, Werner Keul, Erwin Körber und an meine Familie

Laudatio zur Eröffnung des Skulpturenparks von Jan Vering

Ein spannender Ort, dieser Skulpturenpark von Siegfried Fietz. Hier gibt es so viel zu schauen, so viele Betrachtungswinkel. Ich möchte zum Werden dieses paradiesischen Kultur-Natur-Parks ein paar Dinge sagen. Dafür nutze ich zwei mögliche Betrachtungswinkel, einen sprachwissenschaftlichen und einen verfassungsjuristischen.

Fangen wir mit der Verfassung an, genauer gesagt, mit dem deutschen Grundgesetz, noch genauer: mit jenem wunderbaren und wichtigen Paragraphen 14, Absatz 2 unseres großartigen Grundgesetzes, den fast niemand kennt – und der doch in dieser Zeit zunehmender Gier so überaus wichtig ist.
Es ist der kürzeste Grundgesetz-Paragraph, er besteht nur aus zwei Worten. Sie lauten: 'Eigentum verpflichtet.' Und als Erläuterung haben die Verfassungsmütter und –väter noch knapp drangehängt: 'Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.' Was für ein Satz! Und wie genau passt er auf das, was wir hier heute feiern!

Da ist dieser Mann, gesegnet mit reichen Talenten, mit Phantasie, mit ungeheurer Kreativität, mit großem Fleiß und mit einer fröhlichen Sturheit beim Erreichen seiner künstlerischen Ziele. Und der öffnet das, was er in Jahren geschaffen hat, ab jetzt für jedermann und jederfrau. Siegfried Fietz machte hier zuerst alles wunderschön – und jetzt macht er einfach die Tür auf. Weil er das, was ihm zu eigen ist, weil er sein Eigentum mit-teilen, mit anderen teilen will.

Das ist ungewöhnlich. Wir alle sind doch eher daran interessiert und darauf dressiert, aus unserem Eigentum möglichst viel privaten Reichtum zu gerieren, oder Macht, Ehre, Lusterfüllung, Einfluss...

Mit Eigentum kann man sich goldene Throne bauen. Nur dass die meisten Baumeister nicht ahnen, wie einsam sie später auf solchen Thronen werden können. Und wie kräftezehrend es ist, solches Eigentum immerfort gegen andere abzusichern und zu verteidigen.

Und da macht nun einer wie Siegfried sein Eigentum, seine Kunst, sein Grundstück auf und teilt. Einfach so. Teilt mit allen, die teilhaben wollen. Weil er davon überzeugt ist, dass man nur das wirklich hat, was man weitergibt. Dass man in Wahrheit nur besitzt, was man freigibt und verschenkt. Freigiebig verschenkt.

Warum macht er das? Will er uns belehren?

Nein, kein bisschen. Wer Siegfried Fietz kennt, weiß, dass solche Ideen bei ihm immer reine Bauchentscheidungen sind.

Er setzt schon sein Leben lang Zeichen, das ist sein Beruf, seine Berufung. Darum ist er Künstler. Zeichen seines Denkens, seines Fühlens, seines Glaubens, seiner Lust am Klang – dann nennt man diese Zeichen Noten – seiner Freude an Stein und Holz und Metall. Er hält sein Eigentum nicht fest, denn: 'Eigentum verpflichtet!' Also gibt er, was er zu geben hat, agiert im schönsten Sinne des Wortes freigiebig.

'Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.' Übrigens, was für eine feine Textvorlage für ein Lied, für ein Chanson, wäre dieser Paragraph! Und garantiert GEMA-frei.

Nun, lieber Siegfried, ehe Du vielleicht Kopfschmerzen bekommst vom allmählich drückender werdenden Heiligenschein, hier mein zweiter Gedanke, der sprachwissenschaftliche Betrachtungswinkel.

Dich, lieber Siegfried, sollte man Siezen! Denn das 'Sie' ist eine Pluralform. Es heißt: 'Du bist mir symphatisch', aber 'Sie sind mir symphatisch'. Dieser 'Sie'-Plural, der uns im Alltag kaum auffällt, beschreibt diesen speziellen Künstler ganz genau: Denn dieser Siegfried Fietz mit all seinen Auswirkungen auf Tausende, auf Zehntausende – und das seit vielen Jahrzehnten – dieser Mann ist undenkbar ohne Barbara, ohne Oliver, ohne Sandra, ohne Florian! Ohne Freunde, bei denen er sich Rat holt und Ermutigung. Ohne musikalische Begleiter, ohne geistliche Weggefährten, ohne kreative Kollegen aller Coleur.

Dieser mit so viel Kreativität Begabte und Belastete lebt und wirkt immer aus seinem Plural heraus. Das macht ihn so stark. Das macht ihn freigiebig. Er kann schenken, weil er sich selbst als Beschenkten erlebt. So etwas nennt man Glück!

Lieber Siegfried Fietz, Sie haben mich um eine kurze Laudatio gebeten. Also komme ich jetzt schleunigst zum Schluss.

Laudare heißt loben; das Wort hat ein stark musikalisches Aroma. Also ende ich mit einem Loblied. Es stammt aus einer der schönsten Opern der Welt, der amerikanischen Volksoper 'Porgy & Bess' von den Brüdern George und Ira Gershwin. Natürlich gehört das eigentlich eher ins Fach der großen Eva Lind, mit der Sie gerade eine starke CD produziert haben. Aber ich erlaube mir trotzdem ein paar Töne aus 'Summertime', denn die passen so verflixt gut, gerade heute, gerade hier: ein Loblied auf die sommerlich strahlende Schöpfung, auf die Familie und auf die schiere Lust am Leben.

Ein allerletzter Satz noch vor dem Loblied: Nach dem Singen kehre ich dann, verehrter Künstlerfreund, offiziell zum vertrauten 'Du' unserer letzten 35 Jahre zurück, werde aber in Zukunft immer das ehrende 'Sie' gedanklich mitschwingen lassen.

Summertime, and the livin' is easy.
Fish are jumpin' and the cotton is high.
Oh, your Daddy's rich and your Ma is good lookin'.
So hush, little baby, don' you cry.

One of these mornig's you're goin' to rise up singin'.
Then you'll spread your wings and you'll take to the sky.
But ‘till that morning there's nothin' can harm you
with Daddy and Mommy standin' by.

So hush, little baby, don' you cry.